Schulung der AN
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Sparsamkeit an der falschen Stelle

Arbeitgeber tendieren gelegentlich dazu, Investitionen in ihre wichtigste Ressource, die Beschäftigten, zu vernachlässigen. Es wird viel Geld ausgegeben, um neue Hard- oder Software anzuschaffen, aber diejenigen, die die Produktivität dieser Technik umsetzen und damit erst erschließen sollen, werden nicht in die Lage versetzt, das auch tatsäch- lich zu leisten.

Schulungen und jede andere Form der Weiterbildung sind das beste Mittel, den Beschäf- tigten zu ermöglichen, ihre Aufgaben gut zu erfüllen. Darüber hinaus führen vom Arbeit- geber angebotene Weiterbildungsmaßnahmen zu einer höheren Motivation der Beschäf- tigten, zu einer besseren Identifikation mit dem Arbeitsplatz und dem Arbeitgeber und nicht zuletzt zu einer erhöhten Leistungsbereitschaft. Schließlich sollte man bedenken, dass die Arbeitnehmer eben nicht nur Ressourcen und mithin Wirtschaftsobjekte - auch wenn eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise das nahelegt - sondern vor allem Menschen sind, die das Bemühen des Arbeitgebers um ihre berufliche Qualifikation auch als einen Ausdruck der Wertschätzung empfinden. Diese Haltung mag in der heuti- gen Zeit etwas romantisch erscheinen. Trotzdem ist sie richtig.

Bei der Durchführung von Maßnahmen zur beruflichen Bildung der Arbeitnehmer hat der Betriebsrat lt. § 98 BetrVG sehr umfassende Mitbestimmungsaufgaben. Er hat zunächst lt. § 98 Abs. 1 BetrVG generell (und zwingend, also nötigenfalls unter Beteiligung der Einigungsstelle) mitzubestimmen, z. B.

  • über den Umfang der Maßnahme(n),
  • über den Ort der Durchführung,
  • über die Art und Weise der Durchführung,
  • über die Frage, ob die Maßnahmen während der Arbeitszeit oder berufsbegleitend stattfinden, ob die Teilnahmezeit ggf. als Arbeitszeit bewertet wird etc.

Darüber hinaus kann der Betriebsrat lt. § 98 Abs. 2 BetrVG verlangen, dass Trainer/Aus- bilder etc. nicht eingesetzt bzw. wieder abberufen werden, wenn sie nicht geeignet sind oder ihre Aufgaben nicht angemessen erfüllen. Hier entscheidet im Falle, dass Arbeit- geber und Betriebsrat sich über diese Frage nicht einig werden, nicht die Einigungsstelle, sondern das Arbeitsgericht (§ 98 Abs. 5 BetrVG).

Und schließlich kann der Betriebsrat (wieder zwingend) darüber mitbestimmen, welche Personen bzw. Personengruppen an den Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen.

Damit hat der Betriebsrat es z. B. in der Hand die weithin ebenso beliebte wie unsinnige Methode, einzelne Arbeitnehmer als sog. “Multiplikatoren” auszubilden, die dann die Aufgabe haben, ihre Kolleginnen und Kollegen einzuweisen, zu verhindern.

Der neu eingefügte Absatz 2 in § 97 BetrVG gibt dem Betriebsrat sogar noch weiter- gehende Möglichkeiten: Wenn der Arbeitgeber Maßnahmen plant oder bereits durch- geführt hat, die zur Folge haben, dass die Arbeitnehmer zusätzliche Kenntisse und Fähigkeiten benötigen, kann der Betriebsrat die Durchführung von angemessenen Maß- nahmen der Weiterbildung durchsetzen - nötigenfalls sogar vor der Einigungsstelle.

Wenn der Arbeitgeber z. B. neue Techniken wie SAP o. ö. einführt, kann der Betriebsrat erzwingen, dass die davon Betroffenen durch angemessene Schulungsmaßnahmen in die Lage versetzt werden, mit diesen Techniken umzugehen.

Der Gesetzgeber hat diesen Passus vor allem unter dem Aspekt der Beschäftigungs- sicherung in das BetrVG eingefügt. Der Betriebsrat sollte sich - übrigens auch im wohl- verstandenen Interesse des Unternehmens - nicht scheuen, von dieser Möglichkeit auch Gebrauch zu machen.

Das können wir für Sie tun:

  • Wir beraten und unterstützen Sie als Sachverständige im Rahmen des § 80 Abs. 3 BetrVG bei Ihren Aufgaben.
     
  • Wir entwerfen für Sie Betriebsvereinbarungen, die an die Verhältnisse in Ihrem Betrieb angepasst sind.*
     
  • Wir prüfen und überarbeiten Ihre vorhandenen bzw. zur Verhandlung anstehenden Betriebsvereinbarungen.*
     
  • Wir bereiten die Verhandlungen zum Abschluss von Betriebsvereinbarungen mit Ihnen gemeinsam vor und unterstützen Sie auf Wunsch auch bei den Verhand- lungen selbst.*
     
  • Wir unterstützen Sie bei der Überwachung der Einhaltung von Betriebsvereinba- rungen
     
  • Wir führen für Sie Schulungen im Rahmen des § 37 Abs. 6 BetrVG durch, die an Ihre Bedürfnisse und Ansprüche angepasst sind.
  • * Ggf. erforderliche Rechtsberatung wird durch Rechtsanwälte erbracht, mit denen wir zusammenarbeiten.

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Hier finden Sie weitere Informationen im Detail:

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