Anforderungen
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Seminare zu dem Thema:

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E07: Mitbestimmung im Call Center II - Sicherstellung humaner Arbeitsbedingungen und gerechter Vergütung

Im Folgenden führen wir einige Mindestanforderungen für Bildschirmarbeitsplätze auf, die nach überwiegender Meinung von Fachleuten erfüllt sein müssen.

Bildschirme

Es werden nur Bildschirme eingesetzt, die der DIN-EN 9241-3 entsprechen. Folgende Mindestanforderungen müssen alle eingesetzten Bildschirme erfüllen:

  • Es werden nur TFT-Bildschirme eingesetzt. Die Bildschirmgröße beträgt in der Diagonalen mindestens 15 Zoll (38 cm).
  • Je nach Arbeitseinsatz werden folgende weiteren Mindestgrößen eingehalten:
  • Für den überwiegenden Einsatz im Bereich technischer Zeichnungen (CAD), Grafik und Druckvorbereitung (DTP) [ggf. weitere Einsatzgebiete]: [18/19/20/21] Zoll ([43/48/50/53] cm)
  • Die Größe korreliert mit der Auflösung nach folgendem Muster:
  • bei 15 Zoll Diagonaler: 1.025 mal 768 Punkte,
  • bei 17 Zoll Diagonaler oder mehr: mindestens 1.280 mal 1.024 Punkte.
  • Es werden grundsätzlich nur Farbbildschirme eingesetzt.
  • Die Farbtiefe beträgt bei Farbbildschirmen nicht unter 65.536 Farben [besser: 16,7 Mio Farben].
  • Der Bildschirm ist entspiegelt. Bildschirmfilter und vergleichbare Behelfsmaßnahmen sind nicht zulässig.
  • Der Arbeitnehmer kann die Wiederholfrequenz, die Auflösung und die Farbtiefe nicht selbst verstellen.
  • Das Bild ist frei von Verzerrungen und Konvergenzen.
  • Die Schrifthöhe beträgt zwischen 3 und 4 mm, die Zeichen sind gut erkennbar, Verwechslungen sind ausgeschlossen.
  • Der Bildschirm kann gedreht und geneigt werden.
  • Die Einstellungen (Helligkeit, Kontrast etc.) können von der Frontseite her vorgenommen werden.
  • Der Bildschirm erfüllt mindestens den Standard TCO99.
  • Der Bildschirm erfüllt die Anforderungen des Power Management.

Tastaturen

Es werden nur Tastaturen eingesetzt, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Sie müssen folgende Ansprüche erfüllen:

  • Die Tastatur ist frei beweglich.
  • Vor der Tastatur ist eine Handauflagefläche von 5 bis 10 cm Tiefe vorhanden.
  • Die Tastatur verschiebt sich bei korrekter Benutzung nicht.
  • Die Tastatur ist an der zum Körper hin zeigenden Seite nicht höher als 2 cm, im Bereich der mittleren Buchstaben nicht höher als 3 cm.
  • Die Neigung liegt nicht über 15°
  • Die Tasten sind frei von Reflexen und die Beschriftung ist dunkel auf hellem Hintergrund.
  • Tasten für besondere Funktionen sind durch Anordnung, Form und Farbe leicht zu unterscheiden.
  • Es sind getrennte Tastenblöcke für die Zifferneingabe und die Cursorsteuerung vorhanden
  • Alternativ zur Standardtastatur kann auf Wunsch des jeweiligen Benutzers auch eine Tastatur eingesetzt werden, bei der der Haupttastenblock geteilt und die beiden Blöcke in einem Winkel von 15-25° V-förmig zueinander angeordnet sind. Bei dieser Art von Tastatur muß die zum Körper hingewandte Seite in der Höhe verstellbar sein und die Handballenauflage mindestens 10 cm betragen.

Maus, Drucker, Gehäuse etc.

Hinsichtlich der anderen Geräte sind folgende Forderungen zu erfüllen:

  • Eine ggf. eingesetzte Maus muß entsprechend der Anatomie der Hand des Benutzers geformt sein.
  • Die Größe der Maus muß dem Benutzer ein ermüdungsfreies Arbeiten ermöglichen.
  • Das ggf. vorhandene Kabel zwischen Maus und PC ist lang genug, um die Bewegungen nicht zu beeinflussen.
  • Die Maus muß sich auch von einem Linkshänder gut bedienen lassen.
  • Ein ggf. eingesetzter Drucker überschreitet die Lautstärke von 55 dB(A) nie und im Dauerbetrieb nicht die Lautstärke von 50 dB(A). Ist der Drucker zu laut, muß er durch eine Schallschluckhaube gedämpft werden.
  • Der Drucker löst keine Vibrationen auf dem Arbeitstisch aus.
  • Der Drucker emittiert kein Ozon. Andernfalls befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Drucker ein Luftabzug, und der Drucker steht mehr als 1,5 m vom normalen Arbeitsplatz entfernt.
  • Der Drucker läßt sich von vorne und oben bedienen.
  • Tonerkartuschen können ausgetauscht werden, ohne daß Toner freigesetzt wird.
  • Alle Geräte sind so konstruiert, daß sie keine übermäßige Wärme abstrahlen und keine Stoffe emittieren.

Software

Alle Programme, die eingesetzt werden, müssen den Regeln ergonomisch einwandfreier Software, wie sie auch in DIN-EN 9241-10 beschrieben werden, gehorchen. Das bedeutet im Einzelnen:

  • Aufgabenangemessenheit: Die Software
  • ist unkompliziert zu bedienen,
  • bietet alle Funktionen, um die anfallenden Aufgaben effizient zu bewältigen,
  • bietet gute Möglichkeiten, sich häufig wiederholende Bearbeitungsvorgänge zu automatisieren,
  • erfordert keine überflüssigen Eingaben,
  • ist gut auf die Anforderungen der Arbeit zugeschnitten.
  • Selbstbeschreibungsfähigkeit: Die Software
  • bietet einen guten Überblick über das Funktionsangebot,
  • verwendet gut verständliche Begriffe, Bezeichnungen, Abkürzungen und Sym- bole,
  • liefert in zureichendem Maße Informationen darüber, welche Eingaben zulässig oder notwendig sind,
  • bietet auf Verlangen situationsspezifische Erklärungen, die konkret weiter- helfen,
  • bietet von sich aus situationsspezifische Erklärungen an, die konkret weiter- helfen.
  • Steuerbarkeit: Die Software
  • bietet die Möglichkeit, die Arbeit an jedem Punkt zu unterbrechen und dort später ohne Verluste weiterzuarbeiten,
  • erzwingt keine unnötig starre Einhaltung von Bearbeitungsschritten,
  • ermöglicht einen leichten Wechsel zwischen einzelnen Menüs oder Masken,
  • ist so gestaltet, daß der Benutzer beeinflussen kann, wie und welche Infor- mationen am Bildschirm dargeboten werden,
  • erzwingt keine unnötigen Unterbrechungen der Arbeit.
  • Erwartungskonformität: Die Software
  • erleichtert die Orientierung durch eine einheitliche Gestaltung,
  • läßt den Benutzer nicht im Unklaren darüber, ob eine Eingabe erfolgreich war oder nicht,
  • informiert in ausreichendem Maße, was sie gerade tut,
  • reagiert mit gut vorhersehbaren Bearbeitungszeiten,
  • läßt sich durchgehend nach einem einheitlichen Prinzip bedienen.
  • Fehlerrobustheit: Die Software
  • ist so gestaltet, daß kleine Fehler keine schwerwiegenden Folgen haben können,
  • informiert über fehlerhafte Eingaben,
  • liefert gut verständliche Fehlermeldungen,
  • erfordert bei Fehlern einen geringen Korrekturaufwand,
  • gibt konkrete Hinweise zur Fehlerbegegnung.
  • Individualisierbarkeit: Die Software
  • läßt sich vom Benutzer leicht erweitern, wenn für ihn neue Arbeitsaufgaben entstehen,
  • läßt sich vom Benutzer gut an seine persönliche Art der Arbeitserledigung anpassen,
  • eignet sich für Anfänger und Experten gleichermaßen, weil der Benutzer sie seinem Kenntnisstand anpassen kann,
  • läßt sich - im Rahmen ihres Leistungsumfangs - vom Benutzer gut für unterschiedliche Aufgaben passend einrichten,
  • ist so gestaltet, daß der Benutzer die Bildschirmdarstellung gut an seine individuellen Bedürfnisse anpassen kann.
  • Lernförderlichkeit: Die Software
  • erfordert angemessen wenig Zeit zum Erlernen,
  • ermutigt, auch einmal Funktionen auszuprobieren, die bislang unbekannt sind,
  • erfordert nicht, daß man sich viele Details merken muß,
  • ist so gestaltet, daß sich einmal gelerntes gut einprägt,
  • erleichtert durch geeignete On-Line-Hilfe die Vertiefung von bereits gelerntem.

Arbeitsplatz

Der Bildschirmarbeitsplatz muß so ausgestaltet werden, daß nach dem neuesten Stand der Erkenntnis optimale Bedingungen für den Arbeitnehmer gewährleistet sind. Im Einzel- nen bedeutet dies:

  • Der Tisch trägt das Prüfsiegel „TÜV Rheinland - Ergonomie geprüft“.
  • Die Höhe der Arbeitsfläche beträgt 72 cm, wenn der Tisch nicht höhenverstellbar ist und 68 bis 76 cm, wenn der Tisch höhenverstellbar ist.
  • Die Tischbreite beträgt mindestens 160 cm.
  • Die Tischtiefe beträgt mindestens 80 cm, ist jedoch mindestens so bemessen, daß der Bildschirm nicht über die Rückseite des Schreibtisches ragt, wenn ein Seh- abstand von 60 cm zum Bildschirm eingehalten wird.
  • Der Stuhl trägt das Prüfsiegel „TÜV Rheinland - Ergonomie geprüft“.
  • Der Stuhl erlaubt dynamisches Sitzen, paßt sich also den Bewegungen, insbeson- dere hinsichtlich der Bewegungen der Rückenlehne und des Winkels zwischen Sitz- fläche und Rückenlehne, an.
  • Wenn ein Arbeitnehmer dies wünscht, wird ihm eine geeignete Fußstütze zur Ver- fügung gestellt.
  • Wenn ein Arbeitnehmer dies wünscht, wird ihm ein geeigneter Vorlagenhalter zur Verfügung gestellt.

Arbeitsumgebung

Die Arbeitsumgebung wird so eingerichtet, daß ein störungsarmes, konzentriertes Arbeiten möglich ist. Im Einzelnen bedeutet dies:

  • Pro Arbeitsplatz stehen in Großraumbüros 12 bis 15 qm, in Büros mit bis zu vier Arbeitsplätzen 8 bis 10 qm zur Verfügung. Fluchtwege werden dabei nicht berücksichtigt.
  • Die Bewegungsfläche am Arbeitsplatz ist so bemessen, daß ausreichend Platz für wechselnde Arbeitshaltungen und -bewegungen vorhanden ist (mind. 1,5 qm, an keiner Stelle weniger als 1 m tief).
  • Die Beleuchtungsstärke in der Höhe des Arbeitsplatzes beträgt 500 Lux, bei besonderen Arbeitsplätzen (z. B. CAD) und in Großraumbüros 750 Lux.
  • Die Beleuchtungsstärke ist stufenlos regelbar.
  • Es werden neutralweiße oder warmweiße Lichtfarben verwendet.
  • Störende Blendungen und Spiegelungen werden durch geeignete Anbringung der Lichtquellen und Aufstellung der Arbeitsplätze und Bildschirme vermieden.
  • Die künstliche Beleuchtung ist so beschaffen, daß durch Gleichstromlampen oder höherfrequente Lampen eine Bildung von Interferenzen mit dem Bildschirm vermieden wird.
  • Die durchschnittliche Geräuschbelastung aller Geräuschquellen während des gesamten Arbeitstages ist bezogen auf den Arbeitsplatz kleiner als 55 dB(A).
  • Die Geräuschbelastung darf zu keiner Zeit 65 dB(A) übersteigen.
  • Die Raumtemperatur beträgt 20 bis 22°C, bei sehr hohen Außentemperaturen maximal 27°C.
  • Der Wert der relativen Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 50 und 65%.
  • Zugluft von mehr als 0,15m/s wird vermieden.
  • Die Beschäftigten sind keiner direkten Wärmestrahlung oder Warmluft von Geräten ausgesetzt.

Weitere Informationen:

Sie finden weitere Informationen in folgenden Links:

Info-Broschüre der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft über Büros

Info-Broschüre der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft über Call-Center

Checkliste zur Arbeitsplatzgestaltung des Deutschen Büromöbel Forums

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